Freiberufler werden – 5 Gründe, sich in der IT selbstständig zu machen

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Auf dem Weg in die Selbstständigkeit

Eine feste Stelle anzunehmen, ist nicht jedermanns Sache. Zwar gibt es gute Gründe, als Angestellter zu arbeiten, aber vieles spricht dafür, Freiberufler werden zu wollen.

Als selbstständiger Softwareentwickler arbeite ich seit jeher freiberuflich. Ich schätze diese Arbeitsweise sehr und empfehle sie gerne weiter. Dabei erlebe ich immer wieder, dass für andere Entwickler der Wechsel von einem festen Arbeitsplatz zur Selbstständigkeit eine große Hürde ist.

Welche Gründe sprechen aus meiner Sicht für die Freiberuflichkeit?

Mehr Eigenverantwortung

Freiberuflich zu arbeiten bedeutet, mehr Verantwortung für sich zu übernehmen. Es benötigt natürlich Zeit, Projekte zu akquirieren, sein Kundennetzwerk zu pflegen und sich privat um Versicherungen und Altersvorsorge zu kümmern. Aber indem man sich selbst um diese Aufgaben kümmert, hat man eine große Gestaltungsfreiheit.

Als Freiberufler macht man keine klassische Karriere wie in einem Unternehmen. Aus meiner Sicht bedeutet Karriere für einen Freiberufler vor allem, sich neue Technologien und Methoden anzueignen, neue Rollen in Projekten wahrzunehmen und neue Kunden zu akquirieren. Es liegt dabei in der eigenen Hand, wie man sich weiterentwickelt: ob man als Spezialist die Nische sucht oder sich als Generalist breit aufstellt.

Ich habe mich bewusst gegen eine klassische Karriere entschieden. Ich bin zwar auf den Java-Bereich spezialisiert, beherrsche aber den ganzen Technologie-Stack und habe Erfahrung in vielen Branchen.

Die Resultate zählen

Freiberufler werden üblicherweise als Experte auf Zeit eingekauft. Allen Beteiligten ist klar, dass man keine internen Ambitionen pflegt, also keine Konkurrenz für die Angestellten ist. Daher kommt es meistens zu einer produktiven Zusammenarbeit mit den internen Mitabeitern.

Externe werden in erster Linie nach den Resultaten ihrer Arbeit bewertet. Wenn die Ergebnisse stimmen, sind Folgeaufträge wahrscheinlich.

Bisher habe ich nur in Projekten gearbeitet, deren Technologien ich sehr gut beherrsche. Mit dieser Herangehensweise fällt es mir leichter, meine Kunden zufrieden zu stellen und weiterempfohlen zu werden.

Entscheidungsfreiheit

In vielen Bereichen der IT gibt es schon seit Jahren einen Verkäufermarkt, d.h. das Angebot an Fachkräften ist knapper als die Nachfrage. Als Freiberufler in einem solchen Bereich kommt man häufig in die angenehme Lage, zwischen Projektangeboten wählen zu können.

Andererseits ist es natürlich schwer absehbar, wie sich die Lage in den nächsten Jahren entwickeln wird. Zudem gibt es auch Bereiche in der IT, in denen Freiberufler Schwierigkeiten haben, überhaupt lukrative Aufträge zu akquirieren. Vor einem Wechsel in die Freiberuflichkeit sollte man daher klären, inwiefern das eigene Fachwissen auf dem Markt gefragt ist.

In der Vergangenheit hatte ich immer Alternativen zur Auswahl. Durch meine bewussten Entscheidungen für bestimmte Projekte habe ich meistens Spaß an der Arbeit und kann für meine Kunden eine hohe Leistung erbringen.

Flexible Arbeitszeiten

Jedes Projekt hat anstrengende Phasen. Ob man jedoch dauerhaft mehr als 40 Stunden arbeitet, kann ein  Freiberufler eher beeinflussen als ein Angestellter. Schließlich unterliegt ein Freiberufler keinen disziplinarischen Weisungen.

Viele Projektverträge enthalten zudem Klauseln, die den abrechenbaren Gesamtaufwand begrenzen. Für die Auftraggeber ist dies ein Mittel, um die Kosten zu kontrollieren. Für den Freiberufler ist es unter Umständen der Anlass, sich aus dem Wettbewerb herauszuhalten, wer abends als letzter das Licht ausschaltet.

Ich empfinde es auch als angenehm, nicht an Kernarbeitszeiten gebunden zu sein. Wenn ich Termine habe oder meine Tochter früher abhole, kündige ich dies zwar an, muss es aber nicht rechtfertigen. Und für längere Reisen bieten sich z.B. die Pausen zwischen zwei Projekten an.

Fortbildung als Investition

Um dauerhaft als Experte auftreten zu können, muss man technisch am Ball bleiben. Viele Freiberufer interessieren sich auch über die eigentliche Arbeitszeit hinaus für ihr Fachgebiet und bilden sich in ihrer Freizeit fort. Als Freiberufler entscheidet man selbst, wie viel Zeit und Geld man in die eigene Fortbildung steckt.

In die eigene Fortbildung zu investieren, lohnt sich: Denn so hat man die Möglichkeit, immer wieder in spannenden Projekten mit neuen Technologien zu arbeiten. Im Umkehrschluss ist es ganz ohne persönliche Fortbildung jedoch vermutlich schwer, dauerhaft am Markt zu bestehen.

Ich nehme regelmäßig an Konferenzen teil, lese Fachbücher und arbeite mich in meiner Freizeit in neue Technologien ein. Der Übergang zwischen meinen privaten und beruflichen Interessen ist dabei fließend.

Wie entscheidet man sich?

Jedem, der sich in meinen Argumenten wiederfindet, kann ich den Sprung in die Selbstständigkeit empfehlen. Um erfolgreich zu sein, muss man fachlich gut sein und sich weiterentwickeln wollen. Und dann gehören etwas Mut, gute Kontakte und auch Glück dazu, freiberuflich erfolgreich zu werden.

 

Und wie geht’s dann weiter? Hier: Meine Zwischenbilanz nach 15 Jahren als Freiberufler in der IT.